Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will tausende schwer vermittelbare Arbeitslose zur Betreuung Demenzkranker in Pflegeheimen einsetzen. Einen entsprechenden Bericht der “Süddeutschen Zeitung” bestätigte Behördensprecher Kurt Eikemeier
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Oh-ooh, ich bin mal gespannt, ob ich von der hiesigen ARGE Post bekomme. Ich passe mehr als gut in deren `Anforderungsprofil´. Schon der drei Jahre Pflegehelferin in einer Seniorenwaschanlage wegen. Oder waren es sogar vier Jahre? Nichts hab ich besser verdrängt, als die Zeit als “Sr. sv”. Die Verdrängung oder besser Abspaltung fand schon während dieser beruflichen Episode statt. Sobald ich die weißen Klamotten angezogen hatte, war es nicht mehr ich. Anders hätte ich den Job nicht ohne bleibende Schäden überstanden. Und als ich dort gearbeitet habe, waren es noch die “guten Zeiten” … Kurzum: Mich braucht niemand zu fragen. Ich kann – pardon – keine geballte Ansammlung von Alten und Demenzkranken mehr sehen und riechen.
Ich halte die Pläne der Bundesagentur für Arbeit für, gelinde gesagt, eine Schnapsidee. Für so eine Arbeit muss man vorbereitet sein. Vorbereitet auf das, was einen da auf Station, Wohngruppe oder wo immer erwartet. Mit einer Kurzausbildung plus (wahrscheinlich unbezahlten) Praktika ist es bei Weitem nicht getan. Mir ist einer bekannt, der bis vor kurzem in einem Altenheim/ ~krankenhaus als “Pflegeassistent” gearbeitet hat. Es gab x Versetzungen auf andere Stationen und Wohnbereiche. Auf jeder betrachtete das Pflegepersonal ihn als immensen Störfaktor. Es gab nur Ärger und Verdruss. Er konnte und durfte ja nicht bei den anfallenden Pflegearbeiten mithelfen. Somit stand er aus Sicht des Pflegepersonals bestensfalls im Weg rum. Als “Sr. sv” hätte ich mich auch bedankt, wenn es einer ständig als dringlich empfunden hätte, daß XY jetzt auf Toilette muss oder schon die Hosen voll hat. Kann er ja auch nicht wissen, daß im selben Moment zum Beispiel ein Sturz, Herzinfarkt und eine rausgerissene Magensonde versorgt werden muss. Und was sonst unvorhergesehenes neben der tägliche Routine stattfand. Der Arbeitsdruck war so hoch, daß tatsächlich alles neben (der kaum zu bewältigenden) Pflege ein Störfaktor war. In den “guten Zeiten” wohlgemerkt, als tatsächlich noch gute Chancen bestanden, im Frühdienst zu fünft für die Versorgung von achtundvierzig Schwerstkranken da zu sein.
Neue Stellen für ausgebildetes Pflegepersonal werden natürlich nicht geschaffen, eher abgebaut bzw. nicht neu besetzt. Natürlich kostet das Geld, aber gute Pflege und Versorgung von Alten und Kranken ist zum Billigtarif nicht zu haben. Aber Hauptsache, es gibt ein paar Vermittlungserfolge und weniger Arbeitslose in der Statistik zu verzeichnen, nicht wahr?
17. August 2008 at 11:31
Am besten an der Sache finde ich ja, das Schmidtchens Ulla sehr viel Wert darauf legt, dass diese Stellen zusätzlich eingerichtet werden und keine Arbeitsplätze ersetze. Wer’s glaubt…
17. August 2008 at 18:20
Dass die Pflege ganz sicher eine Personalaufstockung nötig hat, steht ausser Frage. Aber für den Job sollte man ja eigentlich auch das nötige ‘etwas’ mitbringen – hoffentlich lande ich mal nicht da – fällt mir dazu immer mal wieder ein.
18. August 2008 at 7:10
Ullala meint ja auch, die Heime würden geradezu drauf warten … auf mehr Stellen für qualifiziertes Pflegepersonal bestimmt. Aber nicht auf Leute, die Demenzkranken etwas vorlesen, mit ihnen spazieren gehen o.ä. Solches soll das Pflegepersonal entlasten, aber unter deren Anleitung (also zusätzliche Arbeit) geschehen. Insgesamt: die Leute, die sich das ausgedacht haben, haben schlicht & ergreifend keine Ahnung von Altenpflege.
Und, da ist die Rede von zig tausend arbeitslosen Altenpflegern. Die arbeitslosen Altenpfleger die ich kenne, haben den Job aufgeben müssen, weil sie physisch und psychisch am Ende sind; sie sind in der Warteschleife auf BU-Rente oder auf “Maßnahmen” der Agentur für Arbeit.
Ich hoffe auch, daß ich niemals in die Lage komme, in einem Altenpflegeheim zu landen. Ist wirklich nicht schön da.
22. August 2008 at 17:26
Das erinnert mich an meine Lieblings-Spongebob-Folge:
Spongebob schrubbt einem alten Mann in der Badewanne den Rücken und bezeichnet dies als das Spiel “Uralte Männer waschen”. Patrick kommt vorbei und fragt zweifelnd: “Und das macht Spaß?” Sagt der alte Mann: “Also mir schon!”
22. August 2008 at 19:09
Dem alten Mann steckte aber bestimmt kein langer, Bleistiftdicker Schlauch in der Harnröhre.
22. August 2008 at 19:10
Okay, es könnte zufällig sein Fetisch gewesen sein :mrgreen:
23. August 2008 at 12:31
Ein langer bleistiftdicker Schlauch? Ich dachte, das wäre die Harnröhre…
23. August 2008 at 14:49
Du möchtest es bestimmt nicht genauer wissen …
23. August 2008 at 22:40
Du wirst es nicht glauben, aber ich habe bereits auf einer Pflegestation im Altenheim gearbeitet…
24. August 2008 at 7:40
Immer wenn ich Dienst hatte, war “Urologen-Besuchstag”. Ich hatte schon die Kollegen in Verdacht, es “extra für mich” so eingerichtet zu haben. Ich konnte kaum hingucken. Es hat mich innerlich immer geschüttelt & gegruselt, wenn ich denen assistieren musste … *huah*