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[update 3] Von Unglück und selten allein

In update on 5. November 2009 von 63mg Mit Tag(s) versehen:

Hurra, nächste Woche wird Muttern aus der Reha-Klinik entlassen. Das wird auch echt Zeit. Nach insgesamt sechs Wochen reicht mir nämlich so langsam diese elende Rumfahrerei und überhaupt. Heute zweieinhalb Stunden in ihrer Wohnung gehockt und auf die Lieferung eines elektrischen Wannensitzes gewartet.  Alleine für „Operation Unterbuxen“ bin ich bestimmt sechsmal  in allen möglichen Geschäften gewesen, inklusive Umtauschen. Diese Kofferschlepperei, kaputte Rolltreppen, verpasste Anschlüsse, Haufen von Wäsche die gewaschen werden musste und hassenichgesehn. Naja. Morgen noch ein letzter Einsatz Richtung Herne. Pflegestufe bekommt Muttern nicht, dafür ist sie noch zu fit. Heisst also, daß sie zuhause erstmal sehen muss, alleine klar zu kommen. Aber ich werd mich nochmal um ne Haushaltshilfe kümmern, da gibt es doch diese „Hilfen in besonderen Lebenslagen“. Mal sehn. Werde mich diesbezüglich auch noch mal mir dem Sozialdienst der Reha-Klinik kurzschließen.

Ich hoffe, daß war´s jetzt erstmal mit Krankenhaus und alle dem tamtam. Dieses Jahr war´s echt so doll, daß Muttern eigentlich ein Guthaben für die nächten zehn Jahre angesammelt hat. Hmpf.

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Hallo GFK Bank,

In kurz notiert on 3. November 2009 von 63mg Mit Tag(s) versehen:

du hast vom Konto eines von mir Betreuten zweimal über 90 Euro per Lastschrift abgebucht. Ich habe noch nie von dir gehört und soweit ich weiß, hast du auch keinen Vertrag mit meinem Schützling. Die Beträge habe ich gerade zurückbuchen lassen. Jetzt bin ich gespannt, ob du dich meldest und die Legitimität der Abbuchungen nachweisen kannst. Sei gewiss, ich werde berichten.

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Kein Schwein steckt mich an

In Aufgespiesst on 30. Oktober 2009 von 63mg Mit Tag(s) versehen: , , ,

gesehen bei The German Guy

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[update 2] Von Unglück und selten allein

In update on 25. Oktober 2009 von 63mg Mit Tag(s) versehen:

Zur Vorgeschichte Teil 1 und Teil 2

Muttern ist jetzt die zweite Woche in der Reha-Klinik und dreht am Rad. Wenn es ein Gutes hat, dann daß ihr der Gedanke an Heim hoffentlich ausgetrieben wird. Sie langweilt sich zu Tode, niemand von ihren Freunden kann sie besuchen kommen und anrufen geht nur über Handy. In der Klinik kostet nämlich der reine Telefonanschluß schon alleine 2 Euro pro Tag, das können wir uns schlicht und ergreifend nicht leisten. Solche „extras“ sind bei Grundsicherungsrente und HartzIV nämlich nicht vorgesehen. Auch nicht die, also meine Fahrkosten nach Herne. Geschweige was ich in letzter Zeit für allgemein Wäsche ausgegeben habe – was man halt im Krankenhaus so braucht, wenn man länger als ein paar Tage da bleiben muss und nur einmal die Woche jemand, also ich, vorbeikommen kann. Ich hab der Frau vom Sozialamt gar nicht gesagt, daß Muttern im Krankenhaus ist. Nicht das die noch auf die Idee kommt, den Regelsatz zu kürzen, weil keine Kosten für essen und trinken anfallen. Diese Praxis ist zwar vom Bundessozialgericht für unzulässig erklärt worden, aber das bedeutet nicht, daß Ämter es nicht trotzdem versuchen. Und einmal gekürztes Geld ist erstmal weg und muss wieder eingeklagt werden. Auf sowas obendrauf hab ich grad nun gar keine Lust. Nun ja, auf die scheiß Geldfrage wollte ich eigentlich nicht hinaus, aber da sie immer so im Raum schwebt, sei sie wenigstens erwähnt.

Muttern ist bei allem Unglück weiter sehr tapfer. Es bleibt ihr auch nichts anderes übrig, dafür hat sie mich ja. Brüche heilen nicht mehr so schnell mit 73, Physiotherapie und die Übungen, das der Arm wiederhergestellt wird, tun verdammt weh, aber da muss sie durch. Sich hängen lassen und nur jammern lasse ich ihr nicht durchgehen. Aber ich werd mir wohl mehr Zeit für sie nehmen müssen. Die arme Socke, sie tut mir echt leid, da so alleine in Herne in dieser doofen Hospital-Umgebung, mit sabbernden Alten auf dem Zimmer. Wenigstens hab ich sie zum Lachen gebracht, als ich meinte, sie hätte den Sturz wohl mit Absicht gebaut, damit sie mich öfter sieht ;) Ich versuche ja immer, ihren Blick nach vorne zu richten, darauf, wieder zuhause zu sein. Zwischendurch geb ich ihr kleine „Aufgaben“ á la guck mal, wann die Cafeteria auf hat, ist ein Friseur im Haus … sowas halt. Sie wollte ja gar nicht aufstehen und rumlaufen, weil sie sich so unsicher auf den Beinen fühlt. Außerdem, ich jedenfalls kenne das, fallen viele und meine Mutter eben auch, im Krankenhaus prompt in die Rolle des „guten Patienten“.

Zum Glück, und es ist wirklich ein Glück, hab ich die ausreichende Distanz, Muttern nicht alleine als meine Mutter zu sehen. Ihr wisst schon, diese emotionale Verbundenheit, die einen über Schuldgefühle so leicht manipulierbar und erpressbar macht. Das ich mir im Moment viel mehr Zeit für sie nehmen muss … mach ich gerne, wirklich. Wie das weitergeht, kann ich noch nicht absehen. Je nach, wie ihr Arm wiederhergestellt werden kann und sie zuhause alleine klar kommt, oder eben nicht. Denn da wäre noch ihre Anfallserkrankung – ne Art Epilepsie und wegen Osteoporose Hang zu Knochenbrüchen ist keine gute Kombination, vorsichtig gesagt. Und natürlich mache ich mir Sorgen.

Heute wieder Besuchstag, ich werde mir wohl den halben Sonntag dafür nehmen. Ich hab eine lange Liste Fragen ans Personal und will mal schauen, einen Termin mit der behandelnden Ärztin zu bekommen. Pflegestufe beantragen und was mir nicht alles für die Zeit nach der Reha durch den Kopf schwirrt. Weitermachen wie bisher ist jedenfalls nicht, da muss auch Mutter ihre Gewohnheiten verändern. Sei es nur, daß sie ab sofort immer das Handy dabei hat und endlich lernt, mit dem Ding umzugehen, kreisch.

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Das es das noch gibt

In urban shots on 23. Oktober 2009 von 63mg Mit Tag(s) versehen: , ,

Ich dachte wirklich, das wäre inzwischen ausgestorben. Aber grad guckte ich aus meinem Fenster auf die Straße runter, da steht ein Audi 80 – weiß ich, weil es dran steht; aber sonst sagt mir das nichts, außer das es ein altes Möhrchen zu sein scheint? Na jedenfalls gucke ich so runter und mich trifft der orange Blitz. Und ich guck nochmal und denk „Nein, das es das noch gibt!“ und musste das sofort mit meiner Kamera festhalten.

Folks, ihr seht die wahrscheinlich letzte Hutablage mit Klorollenumhäkelung und Wackeldackel Deutschlands.

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